Professionelle Farbtyp-Analyse mit verschiedenen Schmuckmetallen und Farbproben für Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Veröffentlicht am März 11, 2024

Die Wahl zwischen Gold und Silber hängt entscheidend von Ihrem Hautunterton ab, nicht von oberflächlichen Merkmalen.

  • Der Hautunterton (kühl, warm oder neutral) bestimmt, wie Licht von Metallen reflektiert wird und Ihre Haut zum Leuchten bringt oder fahl erscheinen lässt.
  • Spezielle „Brückenmetalle“ wie Roségold bieten eine harmonische Lösung für neutrale Typen, denen beides steht.

Empfehlung: Führen Sie den einfachen Zwei-Tücher-Test bei Tageslicht durch, um Ihren wahren Unterton zu identifizieren und nie wieder den falschen Schmuck zu wählen.

Die Frage, ob Gold- oder Silberschmuck besser zu einem passt, beschäftigt unzählige Frauen vor dem Spiegel. Vielleicht haben Sie schon den bekannten Trick mit den Handgelenksadern ausprobiert: blaue Adern für den kühlen Silber-Typ, grüne für den warmen Gold-Typ. Doch oft führt dieser Test zu Verwirrung, besonders wenn die Adern blau-grün schimmern oder die Haut im Sommer eine andere Tönung annimmt. Diese Unsicherheit kann frustrierend sein und führt dazu, dass wir entweder auf Nummer sicher gehen und bei einem Metall bleiben oder wahllos kombinieren, ohne je das Gefühl zu haben, den perfekten Look getroffen zu haben.

Die gängigen Ratschläge beschränken sich oft auf diese simplen Tests oder vage Zuordnungen zu den vier Jahreszeiten-Typen. Doch was, wenn die wahre Antwort nicht an der Oberfläche, sondern eine Ebene tiefer liegt? Was, wenn die entscheidende Komponente der einzigartige Unterton Ihrer Haut ist und die Art und Weise, wie er mit Licht interagiert? Die Wahl des richtigen Metalls ist weniger eine Frage starrer Regeln als vielmehr ein Verständnis der Farbphysik und Lichtreflexion. Es geht darum zu erkennen, warum ein bestimmtes Metall Ihre Haut zum Strahlen bringt, während ein anderes sie müde oder fahl wirken lässt.

Dieser Artikel führt Sie über die üblichen Platitüden hinaus. Wir werden die professionelle Methode der Farbberatung anwenden, um Ihren wahren Hauttyp zu entschlüsseln. Sie werden nicht nur lernen, wie Sie Ihren Unterton selbst bestimmen, sondern auch verstehen, warum manche Edelsteine für Sie unvorteilhaft sind und wie Sie selbst bei gefärbtem Haar oder mit Brille immer die richtige Schmuckwahl treffen. Es ist an der Zeit, die Unsicherheit abzulegen und die Prinzipien zu meistern, die Ihnen erlauben, jedes Schmuckstück mit voller Überzeugung zu tragen.

In den folgenden Abschnitten finden Sie eine klare Anleitung, um Ihren Farbtyp zu bestimmen und die dazugehörigen Metalle und Farben souverän auszuwählen. Entdecken Sie die Geheimnisse einer stimmigen und strahlenden Erscheinung.

Wie Sie mit zwei Tüchern und Tageslicht Ihren Typ selbst bestimmen?

Die professionellste und zugleich einfachste Methode, Ihren Hautunterton zu bestimmen, erfordert nur zwei Dinge: ungeschminkte Haut und Tageslicht. Vergessen Sie künstliche Lichtquellen, da diese die Farbwahrnehmung verfälschen. Suchen Sie sich einen Platz in der Nähe eines Fensters. Sie benötigen zwei Stofftücher oder Kleidungsstücke: eines in einem klaren, kräftigen Gold- oder Orangeton und eines in einem kühlen Silber- oder Pinkton. Halten Sie sich nacheinander jedes Tuch unter das Gesicht.

Beobachten Sie nun genau, was passiert. Lässt das goldene Tuch Ihre Haut frisch, gesund und ebenmässig erscheinen? Oder betont es eher kleine Rötungen und lässt Ihren Teint gelblich wirken? Wechseln Sie zum silbernen Tuch. Wirkt Ihr Gesicht damit klar und strahlend, oder eher blass und fahl? Der Effekt ist oft subtil, aber deutlich. Der Stoff, der Ihre Haut zum Leuchten bringt, Augenschatten minimiert und Sie insgesamt vitaler aussehen lässt, verrät Ihren Unterton: Gold/Orange deutet auf einen warmen Unterton (Frühling/Herbst), während Silber/Pink auf einen kühlen Unterton (Sommer/Winter) hinweist.

Diese Methode ist weitaus zuverlässiger als der Blick auf die Adern, da sie die direkte Interaktion von Farbe mit Ihrem gesamten Teint zeigt. Es geht um die Harmonie, die entsteht, wenn die reflektierte Farbe des Tuchs mit den Pigmenten Ihrer Haut übereinstimmt. Wie Styling-Experten bestätigen, wirkt ein farbtypgerechtes Make-up und Schmuck wie ein Weichzeichner. Ein farbtypgerechtes Make-up und Schmuck lässt Unregelmässigkeiten optisch verschwinden und verleiht eine natürliche Frische.

Was tun, wenn Sie neutral sind und Ihnen beides steht?

Manchmal ist das Ergebnis des Tuch-Tests nicht eindeutig. Sowohl Gold als auch Silber scheinen gut zu funktionieren, ohne dass eine Farbe klar hervorsticht. Herzlichen Glückwunsch, in diesem Fall gehören Sie wahrscheinlich zu den glücklichen neutralen Farbtypen. Ihr Hautunterton hat sowohl kühle als auch warme Anteile, was Ihnen eine unglaubliche Flexibilität bei der Wahl Ihres Schmucks verleiht. Doch diese Freiheit kann auch zur Qual der Wahl werden. Die Lösung liegt in sogenannten „Brückenmetallen“ und dem bewussten Spiel mit Bicolor-Looks.

Fallstudie: Roségold als Brückenmetall für neutrale Typen

Roségold hat sich als das ultimative Brückenmetall für neutrale Hauttypen etabliert. Seine einzigartige Legierung aus Gold, Kupfer und manchmal einem Hauch Silber erzeugt einen warmen, aber dennoch sanften rosa Farbton. Der entscheidende Vorteil von Roségold liegt in seiner Fähigkeit, sowohl mit kühlen als auch mit warmen Elementen zu harmonieren. Es schlägt eine visuelle Brücke und passt sich elegant an alle Hauttypen an, was es zur idealen Wahl für Menschen macht, die sich nicht zwischen klassischem Gelbgold und kühlem Silber entscheiden können oder wollen.

Für neutrale Typen ist der Bicolor-Trend, also das Kombinieren von verschiedenen Metallen, nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich empfohlen. Tragen Sie eine silberne Uhr neben einem goldenen Armband oder kombinieren Sie Ringe in Silber, Gold und Roségold. Dieser Look wirkt modern, selbstbewusst und unterstreicht Ihre besondere Fähigkeit, verschiedene Töne zu tragen. Es signalisiert, dass Ihre Wahl kein Zufall ist, sondern eine bewusste Stilentscheidung.

Wie die Abbildung zeigt, entsteht durch die Kombination verschiedener Metalle eine dynamische und doch harmonische Ästhetik. Anstatt sich zu entscheiden, zelebrieren Sie Ihre Vielseitigkeit. Nutzen Sie Roségold als verbindendes Element, das einen sanften Übergang zwischen den kühleren Silber- und den wärmeren Goldtönen schafft.

Warum sollten Sommertypen Finger weg von Rubinen lassen?

Wenn Sie durch den Tuch-Test festgestellt haben, dass Sie ein kühler Farbtyp sind, gehören Sie entweder zum Sommer- oder zum Wintertyp. Der Sommertyp zeichnet sich durch eine eher gedämpfte, sanfte und aschige Farbpalette aus. Stellen Sie sich eine Landschaft im Hochsommer vor, deren Farben durch das helle Sonnenlicht leicht verwaschen wirken. Genau diese Qualität – kühl und gedämpft – sollte sich auch in Ihrer Schmuck- und Edelsteinwahl widerspiegeln. Ein leuchtend roter Rubin, der eine intensive Wärme und Tiefe ausstrahlt, gehört farblich zur Palette des warmen Herbst- oder des klaren, kühlen Wintertyps. Für einen Sommertyp ist diese Farbe oft zu dominant und hart. Sie erzeugt einen starken Kontrast, der die sanfte Harmonie Ihres natürlichen Teints stört und Sie eher blass erscheinen lässt.

Die renommierte Farbberaterin Lydia Horn fasst die ideale Farbwelt des Sommertyps prägnant zusammen:

Kühle gedämpfte Farben wie rauchiges Blau, Jeansblau, Mauve, Himbeerrot, Flieder und Rosa eignen sich besonders für den Sommertyp

– Lydia Horn, Farbberatung Kassel – Der Sommertyp

Das bedeutet nicht, dass Sie als Sommertyp auf farbige Akzente verzichten müssen. Im Gegenteil, die richtigen Edelsteine können Ihre Ausstrahlung perfekt unterstreichen. Anstelle von warmen, feurigen Steinen sollten Sie zu kühlen, wasser- oder violett-tönigen Alternativen greifen. Diese Edelsteine harmonieren perfekt mit Silber, Weissgold oder Platin.

  • Aquamarin: Sein kühles, klares Blau ist die perfekte Entsprechung zur Farbpalette des Sommertyps.
  • Mondstein: Mit seinem sanften, geheimnisvollen Schimmer verleiht er eine subtile Eleganz.
  • Labradorit: Seine faszinierenden, changierenden Farbreflexe in Blau- und Grüntönen sind ein einzigartiger Blickfang.
  • Amethyst: Das edle Violett sorgt für einen kühlen, aber dennoch stilvollen und präsenten Look.
  • Rote Akzente: Wenn Sie Rot lieben, wählen Sie kühle Rottöne wie Himbeere. Steine wie Rhodolith, pinker Turmalin oder Himbeer-Spinell in Silberfassungen sind exzellente Alternativen zum warmen Rubin.

Sollte der Schmuck zur Haarfarbe oder zum Teint passen, wenn man gefärbt ist?

Dies ist eine der häufigsten Fragen und eine Quelle grosser Verunsicherung. Sie haben einen kühlen Hautunterton, tragen aber seit Jahren warme, honigblonde Strähnchen? Oder Ihr warmer Teint wird von einem kühlen, aschblonden Haar umrahmt? Die Antwort ist eindeutig: Der Hautunterton hat immer Priorität. Schmuck, insbesondere Ohrringe und Halsketten, liegt direkt auf Ihrer Haut oder in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Gesicht. Die Reflexion des Metalls interagiert direkt mit Ihrem Teint und entscheidet darüber, ob Sie strahlen oder müde aussehen.

Die Haarfarbe ist hingegen veränderlich und hat im Vergleich zum angeborenen Hautunterton eine geringere Priorität. Ein guter Friseur wird Ihre Haarfarbe ohnehin so anpassen, dass sie mit Ihrem Teint harmoniert. Dennoch kann es zu bewussten Kontrasten kommen. In solchen Fällen dient der Schmuck als harmonisierendes Element, das sich am Fundament – Ihrer Haut – orientiert.

Um bei der Auswahl Klarheit zu schaffen, können Sie eine einfache Prioritätenliste verwenden:

  1. Priorität 1: Der Hautunterton. Er ist das unveränderliche Fundament. Der Schmuck reflektiert Licht direkt auf die Haut.
  2. Priorität 2: Die Augenfarbe. Harmonierender Schmuck kann die natürliche Augenfarbe intensivieren und zum Leuchten bringen.
  3. Priorität 3: Die Haarfarbe. Sie hat die geringste Priorität, da sie am wandelbarsten ist.

Ein nützlicher Tipp für Situationen, in denen ein starker Kontrast zwischen Haut- und Haarfarbe besteht (z. B. kühle Haut und warm gefärbte Haare), ist der Einsatz von Roségold oder Bicolor-Schmuck. Ähnlich wie bei neutralen Hauttypen können diese Metalle als „visuelle Brücke“ fungieren und eine Harmonie zwischen den kühlen und warmen Tönen herstellen. Sollten Sie jedoch zwischen zwei Metallen unsicher sein, gilt die goldene Regel: Orientieren Sie sich immer am Hautunterton als finale Entscheidungsgrundlage.

Wie stimmen Sie das Brillengestell auf Ihre Ohrringe ab?

Eine Brille ist mehr als nur eine Sehhilfe; sie ist ein zentrales Accessoire im Gesicht. Die Abstimmung von Brillengestell und Ohrringen ist daher entscheidend für ein harmonisches Gesamtbild. Die Grundregel lautet: Behandeln Sie Ihr Brillengestell wie ein weiteres Schmuckstück. Es geht darum, eine bewusste Entscheidung zwischen Harmonie und Kontrast zu treffen. Beide Ansätze können stilvoll sein, solange sie beabsichtigt wirken.

Der einfachste Weg zu einem stimmigen Look ist die Harmonie. Dabei wählen Sie Ohrringe, die das Material oder die Farbe des Brillengestells aufgreifen. Ein filigranes Silbergestell harmoniert perfekt mit dezenten Silbersteckern, während ein goldenes Gestell durch kleine Goldcreolen ergänzt wird. Dieser Ansatz schafft eine ruhige, elegante und professionelle Ausstrahlung. Er ist ideal für den Alltag und formelle Anlässe. Der bewusste Kontrast hingegen kann ein modisches Statement setzen. Zu einer sehr dezenten, randlosen Brille können auffällige, grosse Ohrringe einen spannenden Akzent setzen. Wichtig ist hierbei, dass die Elemente nicht miteinander konkurrieren.

Die folgende Matrix bietet eine Orientierung für gelungene Kombinationen, basierend auf einer Analyse von Brillen- und Schmuckstilen.

Stil-Matrix: Brillengestell und Ohrring-Kombinationen
Brillengestell-Stil Harmonie-Option (gleicher Metallton) Kontrast-Option (Statement-Piece)
Randlos / Filigran Dezente Stecker im gleichen Metallton Auffällige Creolen als Eyecatcher
Cat-Eye / Markant Kleine Creolen, gleiche Farbe Minimale Stecker, kontrastierendes Metall
Acetat-Gestell (farbig) Dezenter Schmuck in Brillenfarbe Geometrische Ohrringe, Bauhaus-inspiriert
Metallgestell Gold Goldene Ohrringe (Harmonie) Weissgold/Silber (bewusster Kontrast)
Metallgestell Silber Silberne Ohrringe (Harmonie) Roségold (moderne Akzente)

Letztendlich hängt die Wahl auch von Ihrem persönlichen Stil und dem Anlass ab. Für einen minimalistischen Look ist die Harmonie-Option oft die beste Wahl. Wenn Sie jedoch ein modisches Statement setzen möchten, kann ein gut gewählter Kontrast Ihren Look auf ein neues Level heben.


Silber oder Gold: Welches Metall lässt blasse Haut bei Kunstlicht strahlen?

Die Umgebung, in der Sie Ihren Schmuck tragen, spielt eine oft unterschätzte Rolle. Insbesondere bei blasser Haut kann die Art des Lichts – Tageslicht versus Kunstlicht – den entscheidenden Unterschied machen, ob ein Metall schmeichelt oder nicht. Das Prinzip dahinter ist die Lichtreflexion. Jedes Metall und jede Oberfläche interagiert anders mit dem einfallenden Licht und wirft eine bestimmte Farbe auf Ihre Haut zurück. Passt diese reflektierte Farbe zu Ihrem Teint, wirkt die Haut frisch und klar. Passt sie nicht, kann sie fahl und müde erscheinen.

Fallstudie: Lichtreflexion verschiedener Metalle auf blasser Haut

Hochglanzpoliertes Silber hat eine sehr direkte und kühle Reflexion. Unter kühlem Kunstlicht, wie es typischerweise in Büros mit LED- oder Leuchtstoffröhren zu finden ist, kann dieser Effekt verstärkt werden. Das kühle Licht wird vom Silber fast eins zu eins zurückgeworfen, was eine ohnehin schon blasse Haut noch fahler und härter erscheinen lassen kann. Gelbgold hingegen funktioniert anders: Es absorbiert die kühlen, blauen Anteile des Lichts und reflektiert einen wärmeren, weicheren Ton zurück. Dieser warme „Glow“ kann den kühlen Charakter des Kunstlichts ausgleichen und lässt blasse Haut gesünder und lebendiger wirken.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Silber im Büro tabu ist. Die Lösung liegt im Finish des Metalls. Anstelle von hochglänzend polierten Oberflächen können Sie auf mattes oder gebürstetes Silber setzen. Diese satinierten Oberflächen streuen das Licht weicher und diffuser, was die harten Reflexionen mildert und für einen schmeichelhafteren Effekt sorgt. Die Wahl des richtigen Metall-Finishs ist eine wirkungsvolle Strategie, um Ihren Schmuck an verschiedene Lichtverhältnisse anzupassen.

Ihr Plan für strahlende Haut bei jedem Licht

  1. Warmes Kunstlicht (z.B. Wohnzimmer): Bevorzugen Sie Gold oder Roségold, idealerweise mit einem matten Finish, um eine weiche, gemütliche Atmosphäre zu unterstreichen.
  2. Kühles Kunstlicht (z.B. Büro): Wählen Sie mattes oder gebürstetes Silber anstelle von Hochglanz, um harte Reflexionen zu vermeiden. Alternativ funktioniert Gold als wärmender Ausgleich.
  3. Universelle Strategie: Gebürstete oder satinierte Oberflächen sind fast immer vorteilhafter als Hochglanz, da sie das Licht weicher streuen und schmeichelhafter für den Teint sind.
  4. Der Kompromiss: Roségold ist auch hier eine exzellente Wahl, da es die Wärme von Gold mit der Kühle von Silberanteilen vereint und in den meisten Lichtsituationen harmonisch wirkt.
  5. Der Praxistest: Testen Sie neuen Schmuck idealerweise direkt unter der Lichtart, in der Sie ihn am häufigsten tragen werden, um die tatsächliche Wirkung zu beurteilen.

Pinkstichig oder bräunlich: Wie finden Sie Ihren Lippen-Unterton?

Eine weitere, überraschend präzise Methode zur Bestimmung Ihres Hautuntertons führt über die Lippen. Der natürliche Farbton Ihrer Lippen ist oft ein sehr zuverlässiger Indikator für die Pigmentierung Ihrer Haut. Visagisten nutzen diesen Trick seit Langem, da er oft klarere Ergebnisse liefert als der Venen-Test, besonders bei neutralen Hauttypen oder Menschen, die im Sommer leicht bräunen und deren Hautoberfläche sich verändert. Die Frage ist einfach: Hat Ihre natürliche Lippenfarbe einen eher pinkstichig-violetten oder einen pfirsichfarben-bräunlichen Grundton?

Um dies herauszufinden, können Sie einen einfachen Test in jeder Drogerie durchführen. Dieser „Drogeriemarkt-Check“ ist schnell, unkompliziert und liefert erstaunlich genaue Ergebnisse für Ihre Schmuckwahl.

  1. Schritt 1: Tester auswählen. Besuchen Sie eine Drogerie wie dm oder Rossmann. Suchen Sie sich zwei Lippenstift-Tester von einer Marke wie essence oder Catrice: einen in einem kühlen, blaustichigen Pink und einen in einem warmen, pfirsichfarbenen Nude-Ton.
  2. Schritt 2: Testen bei Tageslicht. Tragen Sie von beiden Farben einen kleinen Streifen auf die Innenseite Ihres Handgelenks auf. Wichtig ist, dies bei Tageslicht zu tun, am besten in der Nähe des Eingangs.
  3. Schritt 3: Harmonie beobachten. Beobachten Sie, welche der beiden Farben harmonischer mit Ihrer Haut verschmilzt und natürlicher aussieht.
  4. Schritt 4: Ergebnis ableiten. Wenn der Pink-Ton besser mit Ihrer Haut harmoniert, deutet dies auf einen pinkstichig-violetten Lippen-Unterton und somit auf einen kühlen Hauttyp (Sommer/Winter) hin – Silberschmuck ist ideal. Verschmilzt der Pfirsich-Ton besser, haben Sie einen pfirsich-bräunlichen Lippen-Unterton und sind ein warmer Hauttyp (Frühling/Herbst) – Goldschmuck wird Ihnen schmeicheln.

Dieser Test verbindet die Welt des Make-ups direkt mit der Schmuckwahl und zeigt, wie fundamental das Prinzip des Untertons für das gesamte Erscheinungsbild ist. Die Experten von „Film und Faden“ bestätigen dies.

Der Lippen-Unterton ist oft ein zuverlässigerer Indikator als die Venen am Handgelenk, besonders bei neutralen Hauttypen oder Menschen, die leicht bräunen. Es ist ein Geheimtipp von Visagisten.

– Film und Faden Beauty-Experten, Welcher Farbtyp bin ich – Den Hautton bestimmen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ihr angeborener Hautunterton (kühl, warm, neutral) ist der entscheidende Faktor für die Wahl zwischen Gold und Silber – nicht oberflächliche Tests.
  • Roségold und Bicolor-Schmuck sind strategische Lösungen für neutrale Typen oder um Kontraste (z.B. bei gefärbtem Haar) auszugleichen.
  • Der Kontext ist entscheidend: Das Finish eines Metalls (matt vs. glänzend) beeinflusst, wie es unter Kunstlicht auf blasser Haut wirkt.

Warum sieht der Nude-Lippenstift Ihrer Freundin an Ihnen wie Concealer aus?

Fast jede Frau hat das schon einmal erlebt: Man sieht einen wunderschönen Nude-Lippenstift an einer Freundin, probiert ihn selbst aus und das Ergebnis ist katastrophal. Anstatt die Lippen dezent zu betonen, lässt er sie fahl, leblos oder wie mit Concealer übermalt aussehen. Dieses Phänomen ist die perfekte Demonstration dafür, wie wichtig das Zusammenspiel von Unterton und Farbwert ist – ein Prinzip, das für Make-up und Schmuck gleichermassen gilt.

Das Problem ist oft eine sogenannte „Doppel-Disharmonie“. Erstens hat der Lippenstift den falschen Unterton. Ein zu gelbstichiger oder pfirsichfarbener Nude-Ton auf einer Haut mit kühlem, pinkstichigem Unterton wird sich immer farblich beissen und unnatürlich aussehen. Zweitens, und das ist oft der entscheidende Fehler, ist der gewählte Nude-Ton heller als die eigene natürliche Lippenfarbe. Diese Kombination aus falschem Unterton und zu hellem Farbwert löscht die Lippenkontur optisch aus. Die Lippen verlieren ihre Definition und verschwinden im Gesicht, was den unvorteilhaften „Concealer-Effekt“ erzeugt.

Fallstudie: Das Zusammenspiel von Unterton und Farbwert

Der perfekte Nude-Lippenstift sollte niemals heller sein als die eigene Lippenfarbe. Die ideale Nuance ist entweder identisch mit der eigenen Lippenfarbe oder eine Nuance dunkler und intensiver. Dies wird als „My Lips But Better“ (MLBB) bezeichnet. Der richtige Ton harmoniert mit dem Hautunterton und hat gleichzeitig genug Tiefe, um die Lippen zu definieren, anstatt sie auszulöschen. Die Lösung beim Kauf ist, sich nicht auf das Aussehen im Röhrchen oder an anderen Personen zu verlassen. Fragen Sie in Parfümerien wie Douglas nach Proben oder testen Sie die Farbe direkt auf den Lippen, um zu sehen, ob sie mit Ihrer Haut verschmilzt, ohne die Lippenkontur zu schwächen.

Dieses Prinzip lässt sich direkt auf Schmuck übertragen. Ein zu helles, hochglänzendes Silber kann auf einem sehr blassen, kühlen Teint eine ähnliche „auslöschende“ Wirkung haben, indem es die Gesichtszüge härter macht. Ein sanfteres, gebürstetes Silber oder ein etwas wärmeres Metall wie Weissgold könnte hier mehr Definition und Weichheit verleihen. Es geht immer darum, eine Harmonie zu finden, die die eigenen Merkmale unterstreicht, anstatt sie zu überschreiben oder zu neutralisieren.

Nachdem Sie nun die professionellen Methoden zur Bestimmung Ihres Farbtyps und die Prinzipien der Farbharmonie kennen, sind Sie bestens gerüstet. Wenden Sie Ihr neues Wissen an, experimentieren Sie bewusst und entdecken Sie die Metalle und Farben, die Ihre natürliche Schönheit am besten zur Geltung bringen.

Geschrieben von Julia Ackermann, Julia Ackermann arbeitet seit 12 Jahren als Personal Stylist für Privatkunden und als Redakteurin für Mode-Magazine. Sie ist Expertin für Typberatung und weiß genau, wie Schmuck Proportionen verändern und Outfits aufwerten kann. Ihr Fokus liegt auf der harmonischen Abstimmung von Metallfarben, Edelsteinen und Kleidungsschnitten für einen stilsicheren Auftritt.